Real - Digital - Analog

Über Bücher, Bibliotheken und digitale Wildnis nebst einigen Abschweifungen

Lektüre #21

Wolfgang Kröll, Johann Platzer, Hans-Walter Ruckenbauer, Walter Schaupp (Hrsg.)
Die Corona-Pandemie. Ethische, gesellschaftliche und theologische Reflexionen einer Krise

1. Auflage 2020
ISBN print: 978-3-8487-6941-4,
ISBN online: 978-3-7489-1058-9,
https://doi.org/10.5771/9783748910589 (Open Access)
Reihe: Bioethik in Wissenschaft und Gesellschaft, Bd. 10

“Die Covid-19-Pandemie hat zu radikalen Eingriffen in die Gesundheitsversorgung und das soziale Leben geführt, deren Effizienz und Angemessenheit aktuell immer stärker ins Zentrum von Auseinandersetzungen rückt. In diesem Sammelband reflektieren und kommentieren ausgewiesene Wissenschaftler/innen und Fachleute verschiedenster Disziplinen den Umgang mit der Pandemie. Thematisiert werden u.a. die Stellungnahmen nationaler Ethikkommissionen, die Triage-Problematik, die Vertretbarkeit von Eingriffen in Grundfreiheiten, die soziale Isolation Betroffener, der Umgang mit religiösen und spirituellen Bedürfnissen sowie tiefer liegende soziale Veränderungen in der Krise. Es wird damit ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der Corona-Krise geleistet. Mit Beiträgen von Maria Berghofer, Alois Birklbauer, Nadine Brühwiler, Barbara Derler, Stefan Dinges, Gerhard Falzberger, Eckhard Frick SJ, Isabella Guanzini, Karin Gubisch, Hartmann Jörg Hohensinner, Gerhard Hundsdorfer, Ulrich H.J. Körtner, Wolfgang Köle, Wolfgang Kröll, Martin M. Lintner, Univ.-Prof. Manfred Novak, Jochen Ostheimer, Sabine Petritsch, Brigitte Pichler, Gerhard Pichler, Johann Platzer, Franz Ploner, Regina Polak, Simon Romagnoli, Michael Rosenberger, Walter Schippinger, Christoph Seidl, Martina Schmidhuber, Eberhard Schockenhoff, Detlev Schwarz, Martin Splett, Willibald J. Stronegger, Jean-Daniel Strub, Christa Tax, Arnika Thonhofer, Andreas Valentin, Stephan Winter, Univ.-Prof. Werner Wolbert.” (Quelle: Verlagswebseite)

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“Design Thinking: Der Flirt mit Allmachtsfantasien”

Beitrag von Tim Seitz im “Ada Magazin”.

Design Thinking ist eine Methode, die Kleingruppen zur Zusammenarbeit anleitet, um Lösungsideen für Probleme zu entwickeln. Probleme jeder Art erscheinen dabei als Folge mangelnder Kreativität und Innovationskraft. Sie sind niemals struktureller Natur. Das gesellschaftlich Vorstellbare schrumpft so auf die Horizonte der Produktentwicklung und des Marketings zusammen.


“Technisch gesehen sind Cookies nur für das Krümelmonster notwendig.”

Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

Beim Aufruf von Webseiten wird man mittlerweile unablässig damit traktiert, eine Zustimmung zur Verwendung von Cookies zu erteilen – entweder generell oder durch das Abarbeiten mehr oder weniger verständlicher Auswahloptionen, bei denen Zeitgenossen mit geringer Aufmerksamkeitsspanne schnell entnervt aufgeben und stattdessen auf “Alle akzeptieren” klicken.
Regelmäßig tauchen hier auch Cookies auf, die nicht deaktiviert werden können, weil sie angeblich “technisch notwendig” sind. Was es damit auf sich hat, erläutert Maximilian Ernst in einem Gastbeitrag für den Kuketz-Blog.

Lektüre #20

Der Bibliothekswissenschaftler Karsten Schuldt stellt sein neuestes Buch als kostenlose Open-Access-Publikation zur Verfügung:
http://eprints.rclis.org/40388/

Wie kommt Neues in die Bibliothek?
Ein Buch darüber, wie in Öffentlichen Bibliotheken Entscheidungen getroffen werden, wie viel Einfluss Bibliotheken auf die eigene Entwicklung haben und welche Rolle Expertise von ausserhalb dabei spielt.

Öffentliche Bibliotheken entwickeln sich kontinuierlich weiter. Ständig werden neue Angebote angedacht, Strategien entwickelt oder Diskurse etabliert. Aber wie passiert dies genau? Wer ist daran beteiligt? Die Wissenschaft? Beraterinnen und Berater? Das Bibliothekswesen? Einzelne Bibliotheken? Nutzerinnen und Nutzer? Wer trifft hierbei welche Entscheidungen und wer hat wie viel Einfluss? Wenn man dies weiss, kann man daran gehen, diese Entwicklungen besser zu steuern. Dieses Buch erarbeitet, basierend auf Erfahrungen aus dem Bibliothekswesen im DACH-Raum, ein Modell der Integration dieses “Neuen”. Das Modell stellt heraus, dass am Ende die Bibliotheken selber die wichtigste Rolle spielen, während alle anderen Beteiligten eher Zuarbeit zu der Entscheidung leisten, was als Neu akzeptiert oder nicht akzeptiert wird. Daraus folgt, dass Bibliotheken selber eine pro-aktive Rolle spielen können und das auch tun sollten.

Aus der Einleitung:
Es gibt andere Texte zur Zukunft von Bibliotheken, die eher Dystopien sind und behaupten, diese oder jene technische Errungenschaft, diese oder jene gesellschaftliche Entwicklung würde alles verändern und wenn Bibliotheken darauf nicht reagierten, würden sie untergehen. Dieses Angstmachen (oder, Erzeugens eines „senes [sic] of emergency”) scheint fast immer aus dem Grund unternommen zu werden, um Bibliotheken dazu zu bringen, sich zu ändern. Aber abgesehen davon, dass Bibliotheken das auch so immer tun und dass die meisten dieser Untergangsszenarien sich in der Realität schnell als falsch herausstellen (und damit auch mehr als schal werden, wenn sie über Jahre wiederholt werden), scheinen diese Texte vor allem auf ein Gefühl zu setzen: Angst. Angst vor der Zukunft. Doch Angst – auch wenn dieses Gefühl aktuell wieder einmal in der Politik und Gesellschaft Verbreitung findet – ist es kein gutes Mittel, um gemeinsam bessere Bibliotheken – oder eine bessere Gesellschaft – zu gestalten. Wer aus Angst vor dem eigenen Untergang handelt, kann eigentlich nichts gestalten, sondern nur Möglichkeiten einschränken; aufhören, über alternative Wege nachzudenken und nur noch, wenig durchdacht, handeln.
Dieses Buch will genau das nicht. Es möchte stattdessen einen Vorschlag machen, wie Bibliotheken besser werden können. Und zwar besser im Sinne von gesellschaftlich wirksamer, aber auch besser im Sinne von Spannender in ihnen zu arbeiten (als Personal) und das mit positiveren Gefühlen, im Sinne von: Ja, das können wir / das kann ich und gerade nicht im Sinne von: Wenn wir das falsch machen, geht die Bibliothek unter. Ein Vorschlag kann angenommen, diskutiert und angepasst oder auch abgelehnt werden. Aber, und das ist ein grosser Unterschied zu den oben angesprochenen Texten, Bibliotheken werden nicht untergehen, wenn sie den Vorschlag nicht annehmen. Sie werden dann wohl einfach so bleiben, wie sie sind und sich so weiterentwickeln, wie sie es eh schon tun.

Karsten Schuldt ist Redakteur von “Libreas” und betreibt ein Blog unter dem Titel:
Bibliotheken als Bildungseinrichtung – Bildung und Gutes Leben.

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